Kultur gibt Orientierung und hilft, die komplexe Welt besser zu verstehen. Sie ist das, was überliefert wird und was überdauert. Denn nur wer seine kulturelle Identität kennt und mit ihr verwurzelt ist, kann anderen Kulturen offen und ohne Vorurteile gegenübertreten. Die Künstler und Architekten leisten einen gesellschaftlich immens wichtigen Beitrag. Es ist mir daher ein Anliegen, Interessierten das vielfältige Gebiet der Kunst- und Architekturgeschichte zugänglich zu machen. Deshalb biete ich als Mitglied der AICA, Association internationale des critiques d’art: Sektion Schweiz, auf freiberuflicher Basis Dienstleistungen wie Vorträge, Führungen, Fachartikel und Lektorat an.Die Ressourcen dieser Arbeiten schöpfe ich aus meinem beruflichen Werdegang:

Geboren in Zürich. Dolmetscherschule Zürich 1977–1980. Studium der Kunstgeschichte, der Anthropologischen Psychologie und Germanistik an der Universität Zürich 1983–1988. Produktionsredaktorin bei der Zeitschrift PARKETT und wissenschaftliche Redaktorin bei der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) in Bern. Gutachterin für die Denkmalpflege des Kantons Zürich 1998-2008. Seit Januar 2000 freie Autorin und Kunstkritikerin u.a. für das Kunst-Bulletin, NZZ, Kunstforum International. Verfasserin zahlreicher Katalogbeiträge und Monographien zur zeitgenössischen Kunst. Kunsthistorische Texte für das Museum Haus Konstruktiv, Zürich.


Fr

25

Mai

2018

Woman Outsider

718 in Fläschchen gefangene Seelen in Puppengestalt hängen an Fäden an einer gigantischen Hängevorrichtung. Josette Rispal (*1946, lebt in Paris) schafft eine fantastische Welt aus Puppen, die zuweilen lebensgross sind, begleitet von Masken und Lichtskulpturen. Sie bestehen aus Fundstücken, die mit edlen Materialien wie Bronze, Muranoglas oder Schmucksteinen kombiniert sind. Mit ihnen erschafft die Künstlerin ein von Gefühlen, Erinnerungen und Träumen atmosphärisch aufgeladenes Universum.

 

 

 

 

 

 

 

Josette Rispal  ist eine von neun Künstlerinnen, die der Aussenseiterkunst zugeordnet werden können. Es fällt auf, dass die Mehrzahl der Werke der Aussenseiterinnen Sabrina Gruss, Olivia Etter (*1956, lebt in Zürich), Vivianne De Bueren (1927-2016), Christiane Alanore (*1924, lebt in Cannes), Ida Buchmann (*1911-2001), Giuseppina Pastore (*1940-2000), Judith Scott (*1943-2005) und Rosemarie Koczy (1939-2007) ungeheuer authentisch sind und vor Originalität strotzen. Materielle Einschränkungen scheinen nicht zu existieren. Diese Frauen kümmern sich weder um traditionelle Kunstbegriffe, gesellschaftliche Normen noch um konventionelle Lebensformen; sondern sie sind ganz sich selbst. Wir begegnen Wunderbarem, Unergründlichem und Heiligem. Keine Frau ist von den dunklen Seiten der Existenz verschont geblieben, welche sich in ihren Werken einzigartig manifestieren, und so in einer jeden Frau gewidmeten Nische zum Tragen kommen.

 

Dass Kunst eine Art sein kann, wie Menschen ihr Schicksal akzeptieren und es in etwas Magisches verwandeln, führt das mit Totentanz-Motiven angereicherte Gruselkabinett von Sabrina Gruss (*1986, Paris, lebt in der Provence) geradezu exemplarisch vor Augen. Mit zahllosen Fundstücken, auch mit sterblichen Überresten von Tieren erschafft sie Mischwesen, die eigenartig berühren und doch fremd sind. In einem Interview mit Jennifer Gori im «Beautiful Bizarre Magazine», Juni 2014, erklärte die Künstlerin, dass sie durch ihre Skulpturen lerne, die Angst vor dem Tod zu überwinden. «Jede meiner «Kreaturen» verbirgt ihre geheime Geschichte, die ich erfahren werde und die sich irgendwann mit meiner mischen wird. Ich begrabe sie, dann grabe ich sie aus, setze sie neu zusammen, ... . Dieses Aufeinandertreffen zwischen Tod und Kunst, entweder tragikomisch oder poetisch, fasziniert mich. Ich weiss nicht, ob die Verwendung von Knochen anderen hilft, ihren eigenen Tod leichter zu akzeptieren, aber für mich ist es so.»  

 

Musée Visionnaire, Zürich, bis 30. 9.

Fr

25

Mai

2018

Uriel Orlow „Theatrum Botanicum“ als Spiegel der Kolonialisierung Südafrikas

„Mandelas Gold“ nennt man die Pardiesvogelpflanze seit der Ernennung von Nelson Mandela zum Präsidenten von Südafrika. Die Arbeit „Grey, Green, Gold“ (2015-17) beleuchtet seine achtzehnjährige Gefangenschaft (1964-1982). Im Gefängniskomplex bepflanzte Mandela einen Garten und versteckte darin das Manuskript seiner später veröffentlichen Biographie.

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Fr

27

Apr

2018

Ian Anüll: Untitled®. Arbeiten auf Papier

Mit anarchischem Impetus unterwandert Ian Anüll bestehende Werte und Mechanismen, sampelt Fundstücke aus der Konsumwelt, den Massenmedien sowie der Kunst der Moderne. Die Ausstellung mit Arbeiten auf Papier aus fünfzig Jahren gewährt einen tiefen Blick in Ian Anülls Schaffen, das oft den Zufall walten lässt.

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Fr

27

Apr

2018

Pietro Mattioli – lunar caustic

Pietro Mattioli kreist mit neuen Arbeiten um die Künstlerkolonie «Maler und Bildhauer, Wuhrstrasse 8/10», die der Arbeit und dem Sein von Kunstschaffenden als Hülle dient. Den Bau verdichtete Mattioli zu hermetisch wirkenden Objekten und seine übersehenen Winkel zu Metaphern eines lebendigen Organismus.

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Fr

23

Feb

2018

Bruce Nauman — Disappearing Acts

Die Ausstellung mit dem Titel «Disappearing Acts» versammelt Werke aus allen Schaffensphasen von Bruce Nauman, einem der bedeutendsten Kunstschaffenden seit den 1960-er Jahren. Nauman ist ein singulärer Künstler, der sich stets auf die eigene Erfahrung bezieht. Dennoch nennt der Künstler selbst die auf ihn und seine Arbeit einflussreichsten Persönlichkeiten: Samuel Beckett, Ludwig Wittgenstein, John Cage, Philip Glass, La Monte Young und Meredith Monk. Europäische Denktraditionen verbindet er mit in den USA entwickelten Ansätzen empirischer Verhaltensforschung. Seine multimedialen Arbeiten sind immer komplex und einfach zugleich.

 

Nicht eindeutig sein, sich zurücknehmen und sich zurückziehen bis hin zur Verweigerung gehört zum kritischen Repertoire des Werkansatzes von Bruce Nauman. Es ist ein Prinzip, das er auch hinsichtlich der Selbstdarstellung konsequent umsetzt. 1970 veröffentlichte Nauman einige Notizen unter dem Titel «Withdrawal as an Art Form». Dieser Rückzug als eine Kunstform ist für Nauman eine Methode, um menschliches Verhalten angesichts einer entleerten Situation zu erforschen und sich vor einer zu weitgehenden öffentlichen Exponierung zu schützen. In einigen Skulpturen aus den 1960er Jahren stellt er seinen eigenen  Körper nur in Umrissen dar. Damit betont er seine Absenz, oder wenn er sich selbst modelliert, manifestiert sich lediglich die negative Gussform.

 

Die Installation mit zwei Industriebecken und zwei nach dem Kopf von Nauman geformten Gipsköpfen sind in negativer und in positiver Form präsentiert. Aus ihren Mündern sprudelt Wasser in stetigem Kreislauf, der die heitere Atmosphäre von Wasserspielen und Springbrunnen gezielt bricht. Römische Fontänen und ihre Wasserspiele inspirierten Nauman zur Installation «Venice Fountains», die auf der 52. Venedig Biennale zu sehen war. Der Künstler spielt somit auf den Niedergang des atmosphärisch aufgeladenen und dichterisch verklärten Venedigs an. Dies ermöglicht einen unvoreingenommenen Blick auf Venedig als einer lebendigen Stadt, die zwischen ihrem grossen Erbe und den Problemen eines drohenden Untergangs balancieren muss.

Die Grundidee für diese Brunnenarbeit lässt sich bis zu früheren Arbeiten aus den 1960er Jahren verfolgen, wie etwa das «Selfportrait as a Fountain»  aus dem Jahre 1966/67, der berühmt gewordenen Fotografie, die Bruce Nauman dabei zeigt, wie er Wasser ausspuckt und damit selbst zum Brunnen wird. Das in einem Kunstkontext gezeigte Waschbecken erinnert aber auch an das Prinzip des Readymades von Marcel Duchamp.

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