Andreas Rüthi — Field-Paintings

Die Arbeiten von Andreas Rüthi loten das Potential von Reproduktionen aus, welche durch den Akt einer Geste wie auch der Neuinterpretation intensiviert und energetisiert werden. So sind die neuen Werke unter dem Titel «Field-Paintings» als spielerischer Verweis auf «Color Field Painting» eine Demonstration dessen, welche Dimension das Erlebnis von «Farbe» in Rüthis aktueller Malerei annehmen kann.

Fast könnte man meinen, in eine Szene des Fantasy-Films «Alice im Wunderland» von Tim Burton katapultiert worden zu sein, oder als fände man sich nach dem Genuss eines Trips zwischen bald hellblauen, bald braunen, überdimensionalen Pilzen in einer schillernden Umgebung aus linden-, olivegrünen, hellblauen, violetten, altrosa, roten und rotbraun Farbtönen. Mit grossformatigen Gemälden feiert Andreas Rüthi (*1956, Zürich, lebt in Monmoutshire, UK und im Burgund) die halluzinogene Kraft der Farbe. Dagegen sprechen die kleinformatigen Detailansichten von Wäldern und Baumstämmen von der Ruhe des Waldes. Rüthi druckte Fotografien seiner Frau, Helen Sear, auf A-4-Papier aus und definierte in einem zweiten Schritt die Details. Indessen beruhen die drei grossen Bilder auf einem mit Lithographien bebilderten Pilzatlas.

 

Noch vor rund zehn Jahren malte Rüthi Stillleben, in denen er jeweils eine Kunstpostkarte mit je einem Objekt auf einem Regal in einem vergleichsweise grosszügigen Bildraum zusammenbrachte. Damit stellte der Künstler einen Dialog mit der Kunstgeschichte sowie mit den Reproduktionsarten und der Wiederholung her. Heute verläuft der Prozess umgekehrt, indem Rüthi seine kleinen, selbstgemalten Ölgemälde direkt auf den Farbkopierer legt und bis zu 16-fach vergrössert. Durch die Vergrösserung kommt vieles zum Vorschein; etwa der Duktus und die Struktur des Bildträgers. Sie lässt auch erkennen, was umsetzbar ist. Das Pigment der Fotokopien enthüllt eine zuvor nicht wahrgenommene, visuelle Landschaft, welche den Künstler bei der malerischen Umsetzung inspiriert und den grossformatigen Gemälden zu einer starken Präsenz verhilft.

 

Auch wenn die französische Malerei stets massgebend für Rüthis Schaffen ist, erforschen die neuen Werke ungewohnte Möglichkeiten im Rahmen der Malereitradition: von der Farbe und Form bis zu Phänomenen der Wahrnehmung und überraschender Perspektiven. Viele seiner Themen stammen aus Drucken, Büchern und Fundstücken und spielen mit Reproduktionsarten, der Imitation, der Neudarstellung und der Grössenverhältnisse. Die Arbeiten loten das Potential von Reproduktionen aus, welche durch den Akt einer Geste wie auch der Neuinterpretation intensiviert und energetisiert werden. So sind die neuen Werke unter dem Titel «Field-Paintings» als spielerischer Verweis auf «Color Field Painting» eine Demonstration dessen, welche Dimension das Erlebnis von «Farbe» in Rüthis aktueller Malerei annehmen kann.  

 

 

Galerie Brigitte Weiss, Zürich, bis 7.  Juli 2018.     

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